Samstag, Mai 13, 2017

Pain. Neue Irrfahrten (Aprilnotizen)

Die Zeitfracht abgestellt
Hinter den Uhren wird die Wirklichkeit rissig
Im Knochenmehl der Stunden eingemalt
ein Spruch
CARPE HOREM

... Stress kann, bei einer beschädigten Neurophysiologie, hart sein wie Heroin. Das Leben fernbleibt, weil der Stachel dir im Kopf sitzt, weil du nicht darfst, weil du nicht kannst, weil du nicht darfst, du Vogelfänger hast bald 'ne Stimme wie ein Junkie, Schmerzpuppe, der kopflose Puppenspieler lässt dich hampeln und schreien. Die Puppenfäden führen in den Kopf und sind, cruel, in den lohenden Ganglien verknotet. Folge: Pritschentanz, konvulsivisch. Puppet Master, laughing.  Zwischendurch führt er zur nächsten Zigarette, die ungesehenen  Bücher atmen den Rauch. Sonst atmen sie meine Wahrnehmung oder freuen sich über die Lektüre. Wenn der Stress weniger hart käme, dann wenigstens stimmte die Wahrnehmung, habe vor Stunden das letzte gehört, der lange Blick weicht großen, nichts sehenden Augen und dahinter haust ein durch die Nervenschmerzen, die Dreifachstressstunden fast in den Wahnsinn getriebenes, lohendes Gehirn, in dem gerade die ersten Balken verkohlt umfallen. (zu flapsig). Die großen, nichtssehenden Augen, sie drücken Entsetzliches aus. Wenn ich dann etwas schmecke, Cola, Tee, wird es für Sekunden besser. ... und, nach zwei oder drei schon ziehen mich die jeweiligen, wächsernen Hände der Tagesmörder ins Meer der Schmerzen zurück, hatte seit Tagen keine stressfreie, gesunde Stunde, heute eine halbe, die Schönheit nur kurzer Gast ... kein Land in Sicht, mich dürstet nach Gerechtigkeit ... gegen die Täter, für mich.
Es gibt  Kommunikation im Dazwischen, die als virale oder basale Kommunikation ablaufen kann. Viralität führt bei Vielen zu Stress, deswegen kläffen sie überall, die armen Menschenhunde des schnellen Lebens. Stresskrankheit ist ein anderer Rhythmus, jede Viralität, ja sogar Vitalität übersteuert dein System. Das erfordert sehr viel Alleinsein, ebenso Literatur. Und auch Literatur ist ein anderer Rhythmus, der Schriftsteller ist eine Maschine des Kontemplativen, aber die wie rasenden Gesellschaftsautomaten sind von ihren Affekten begeistert: Deswegen empfehlen Viele viral. Das verträgt weder der Kranke, noch der Schriftsteller. Dazu heißt viral heißt bei Stresskranken wie mir leider, dass die Maschine brennt. Lichterloh, brennt sich tagestot tottost. PAIN. Durch Stress. ...
Vitalitätstest - 1, -2, -3, die besetzten, eigentlich leeren Augenhöhlen beschirmen sich schon auf  2, Selbst Zwei ist zu vital. Manche fahren auf 4 - 6, emotionale Machtmenschen, die sharks der Gesellschaft, die allein mit dem Blick knechten und richten. Irgendwelche Idioten, die Stress machen, gibt es überall. Der normale Mob geht so schnell los wie eine Stampede, die emotional Unbewussten oder intellektuell zuckenden, weil im schnellen Argument das Zucken als bewusste Gedankenleistung gilt, diese viralen, mir zu 'normalen, gewöhnlichen' Menschen sind ständig aggressiv. Jedes Vorurteil schärft den Neid, den Hass und der allzu schnell zuckende Mob schärft seine Hackmesser nur zu gern an Behinderten, Kranken, Künstlern oder Armen, Junks, Flüchtlingen, Alten.
... Es muss nur der Übervernünftige von unten mitbekommen, dass ich morgens eine Zigarette zu viel rauche, wenn der mit Druckmachen nicht bald aufhört, liegst Du in zehn Minuten wieder krank oder viral kleingepresst auf der Pritsche, bis 15 Stunden verglüht sind. ...
Und im Stressanfall gibt es Ruhepunkte. ... Den Ruhepunkt da Vinci zB: Ich blättere zum Vitruvianischen Menschen: Das visuelle Gehirn beruhigt etwas die Stresseffekte der irritierten Ganglien, der in mir üble Dissonanzen übende Geiger ist nur noch unerträglich, sonst ist er, wie nennt man es, entsetzlich. Das ist der Unterschied zwischen Lazarett und Lagerhaft.
Als ich hundertfünfzig Tage lang krank war hat mich nur der Tranquilizer gerettet, jeden zweiten Tag, wegen Suchtgefahr, an den anderen Schnaps und zu viele Zigaretten. Weil sonst nichts hilft, gegen den Stress bist du so machtlos, diszipliniert, wie du bist, bist du machtlos, du bist schon froh, wenn dein schmerzbedingter Adrenalingipfel etwas Beruhigung erfährt, nur ganz wenig Wirkung, ja, da bist du im Anfallsfall schon wirklich froh. Adrenalin und Krankheit. Qual, Entsetzen. Einmal hielt der Schmerz 125 Stunden, bis ich vor Agonie und Dauerschmerz vertiert glotzend drei Tage alte Nudeln kalt aus der Schüssel fraß, und der feixende Mob aus schlechten Nachbarn, falschen Freunden und familiären Totalausfällen wahrscheinlich vor freudigem Spaß Erektionen und Orgasmen bekommen hat.
Auch der April war ein kranker Monat. Möge mir Fortunas Lächeln gnädig sein ...


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Donnerstag, März 30, 2017

280317-300317 Morgen /Die Irrfahrten kranker Tage

280317 gekämpft bis zum morgengrauen, halbschlafdystonie, mit irritierten ganglien in den tag gegangen, erstmal verlaufen, neben dem weg gegangen, bin aber der kenotaph meiner kommenden tage ... und wenn ich nicht gleich die lektüre starte, bleibt sie nicht erhalten, bis zum abendlichen aschenflug werden wir manche seite wenden, oder, der tag wird leer ... ... bis zum abendlichen Aschenflug werden wir manchen menschen kennen, weil wir nur leben, wenn wir lesen ... im Scheingrab Erdenkörper leer die gewebten Welten beobachten ...#lesen wir lieber, oder? als das wir nichts tun ... nicht nur, viel, aber nicht nur ...

290317 der ideologische Schatten, der als Angstschür mein Sein seit dem morgendlichen, nicht üblichen Verschlafen umfängt und sich an meinem dystonen Nukleus festbeißt, trägt auch heute, wie so oft das Gesicht der üblichen Verdächtigen, die fast sekündliche Zerstressung bewirken, dabei sadistisch feixend und johlend fadenscheinige Gründe vorbringen, mein Denken, Leben und Handeln böse verändern, nur weil sie im selben Haus wohnen. Dazu kam ein Windowsschaden, spontanes, temporäres Profil: Aller Daten und Einstellungen verlustig gegangen, neues Konto anmelden, auf die geplante Lektüre verzichten. Dadurch beruhigt, trotzdem scheiterten weitere Leseversuche, Grund: Die Nerverei ging pünktlich weiter ... in die Stadt gefahren, den Schatten trotz Dutzender mitfühlender, mitkämpfender Leute nicht los geworden ... heute schon wieder kaum eine Sekunde für mich gewesen, nur obszöne Wünsche, mich Leuten anzupassen, die mein Leben nichts angeht. Und die es nicht zu interessieren hat ...

Nachtrag: was hier getan wird, führt höchstens zur nächsten Zigarette, zur nächsten Bettlägerigkeit oder zur nächsten Grausamkeit. Auch heute mehrfach vor Schmerzen geschrien, ... für die zum literarischen Leben notwendige Forderung nach für-mich-sein ernte ich nur Hass und Ablehnung ... momentan bin ich zu schwach zum Abfall wegbringen ... ´

300317 Morgen
die Reste des kranken, letzten Tages, in der Erinnerung verschwebte Schatten, wenigstens keine Alpträume davon gehabt. Es lag wohl genug Alptraum im Wirklichen. Heute: das Trauma der Zerreißungen von gestern zu vergessen, war Aufgabe und Pflicht des Morgens, vielleicht kann ich mich noch am Vormittag aufraffen, mein graues Äthergesicht wieder etwas Sinnvollerem zu widmen ... erdwertere essenz als ständig existenzielle Situationen fressen müssen und dazu liegt Satans Finger in den anderen Wunden und du schreist doppelt ...

Samstag, März 04, 2017

030317

Gewagte Projekte werden manchmal unheimlich. Die fehlenden Erfahrungswerte, das Niemandsland, beides bezogen auf das Nichts, aus dem ich die jeweilige Textskulptur fertige, machen mir dann und wann Angst. Das Schreckgespenst des Scheiterns bleckt das Gebiss der Leere, bis meine symbolische Gänsehaut die weitere Fassung verhindert. Ergebnis: Ich lege den Text weg, bis er blutet. Dann siegt das Mitleid über die Angst und ich setze mich dran, und arbeite es aus, bis das Gespenst, das mich der üblichen Hybris beschuldigt, also, über mich hinauszugehen, wieder da ist. Dennoch gilt am Ende meist: Wer wagt, gewinnt. Ihr kennt das.

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alptraum ich kaue einen kaugummi, bis ich mich fast übergeben muss. währenddessen quatscht mich ein sechzehnjähriger im körper eines vierundzwanzigjährigen, der eine vatermaske benutzt, entsetzlich lange voll. schnitt. ich werde von meinen nachbarn zu einer feier eingeladen. wir sind die besten freunde. schnitt. ich bin ein löwe in einem käfig, ich fresse rohes Fleisch, bis ich wieder aufwache.
Bitte, Kaffee!

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Im Nicht wartet der tote Mann, schweigend.

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Es waren zu viele Tage hintereinander da, in denen meine Stresskrankheit Lesen, Schreiben, Fernsehen, etc. verhindert hat. Das ist schade, wenn du merkst, dass der Stress vorwiegend von außen kommt, weil Du selbst Deine Ruhe schon gefunden hast. Unverständnis, Missbilligung, Hass und ich bin wieder ausgefallen, mein Leben ist ausgefallen, meine Arbeit ist ausgefallen und was ich dafür bekommen habe, wäre ewige Verdammnis. Das ging über Monate so, aber ich habe das Gefühl, das es besser wird ...

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Ein lauer Winter, wie üblich, was sagt der Frühling uns? Nicht viel. Bisher auch lau ... sind ja auch erst ein paar Tage, wie wird er werden? Es wird sein wie immer ... die Jahreszeiten werden immer schneller umgeblättert, im Buch meiner Wahrnehmung der Zeit. Ich weiß schon, das ich bald wieder umblättern muss ... Dann ist Sommer. Nichts ist so vergänglich wie eine Jahreszeit, bei jedem Umblättern raschelt das Ende ein wenig lauter ...
 

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 Im Schweigen Menschentier sein, ohne Gedanke.

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Montag, Dezember 12, 2016

betrachtungen 2 /121216 bilderrauschen

Halb zehn. Sichtung Piraten: Sieben Gehängte, Bildschnitt, Titellogo, Bildschnitt, Singapur ... ich komme in Versuchung, dazu was zu denken:
... Die Geschichte, sakrilegisch: Lediglich Bilderrausch, frevellos: Flügelaltar, gleichgültig: gedreht in saturierter Serie. ... wir merken deutlich, das  ... STOPP: Was ist los, sophistische Kritikspielereien zu machen, ins an der Stelle wirklich ablenkende, störende Denken zu kommen?
... Kurzes Andenken der Notwendigkeit von so etwas wie einem Begriff von Erzählung, nämlich der Notwendigkeit, das eigene Denken offzuschalten, was denkt, ist der Film. Er denkt in Handlung ... und wir, gewohnt, uns in die Geschichte hineinfallen zu lassen, fangen an, der Erfahrung zu folgen, versinken, verlieren uns. Das geltende Dogma ist die ungeteilte Aufmerksamkeit, sehen, bis wir leer sind. Das Denken des Beobachters ist die Beobachtung selbst, der Bildschirm, ein Altar, der das Sehen freisetzt ...
Es setzt aber das Denken von Erinnerung ein, die durch den Film, angeregt wird. Ausgerechnet jetzt. Wir ... hören die ... ratternden Filmdosen mit Errol Flynn  ... im Tiefbunker des Gehirns befindlich und im Angesicht der filmischen Sensation aufblitzend, die frühen Alben meines Gedächtnisses geben ... die Schemata wieder heraus: ... Schiff und Meer, Insel und Festung, Kanone und Säbel, Sturm, Schatz und Flaute. ... alles passt auch auf das Neue ... 
... dennoch ist der Mehrgewinn des neuen Films unermesslich: Wir sehen potenzierte Kunst, (Eine Signatur des 21. Jahrhunderts? Potenzierte Kunst.) Flynn hoch X. Wir sind weiter. Im menschlich gemachten Neuen. Das Surren der alten Zeit verblasst digital. Wie Bogen zu Armbrust, Pergament zu Papier. ... Gleichsam digital: Die Qualität des Erzählten, der Bombast des Designs, wuchernd, blühende Räume. Kaskadenartig wuchs der Film zur unermesslichen Erzählung, das alles verschlingende Auge, mediallibidinös perfekt penetriert, entlädt seine gestressten, überspannten Muskeln im Heute sehr viel besser als damals in den Zeiten des Zelluloids, es glänzt, lacht, produziert Interesse, wackelt vor Glück ...
Ich weiß nicht recht, ob ich meine gleichsam berauschten und trotzdem rotfädigen Gedanken fortsetzen soll oder im reinen Sehen den roten Faden der Gedanken wieder abschalten soll? Welcher Faden ist der von Ariadne? Ich weiß es. Aus dem Labyrinth heraus führt uns das Sehen. Die minotaurische Wirklichkeit? Wir flüchten ihr gern, in den Film hinein. Und der Film denkt weiter ... zumindest theoretisch. Denn ich kann mit dem Denken auch jetzt nicht aufhören. ... Viele denken nur die Attraktivität des Films. Oder, anders gesagt, werden im Rausch seines 'Denkens' verschluckt. Was zählt, ist der Augenblick. Wenn wir abschweifen, wird uns der Film bestrafen, wir verstehen ihn nicht. Andernfalls könnten wir uns vergessen, der erzählten Geschichte folgen, durchatmen. Das Drehbuch kennt unzählige Charaktere, Volten, Ideen, Tricks, den Wert der ständigen Überraschung ausnutzend, springt auch das Bild von Attraktion zu Attraktion. Filmische Langeweile gehört so der Vergangenheit an. Wir fragen nicht mehr, halb trostlos, wann Errol Flynn wieder auftaucht, wir reiten auf den Wellen des pausenlos uns pompös Präsentierten. Was ist passiert, das das Filmische einen Quantensprung gemacht hat, das alles anders, größer geworden ist? Es ist, wie gesagt, hauptsächlich das neue Element des Digitalen, es ist der Möglichkeitsraum des Virtuellen, der alles verändert, in Aufruhr bringt. Wenn Sie ALLES sichtbar machen können, werden Sie es tun. Und Hollywood macht es. Es ist, nach dem artifiziell ebenfalls überzeugen könnendem Stummfilm die zweite Hochphase des Films, die wir erleben. Der Begriff der Traumfabrik ist zu 100% wirklich geworden.
Sie müssen dringend flüchten? Flüchten Sie in die Anderswelt des Filmischen! Es hilft.

Dienstag, November 22, 2016

beschreibungen 4/221116 last questions

...erste letzte Frage, im Stechschritt kommt Einer, zugwärts. Kann der das sagen? LAST QUESTIONS ... Wer möchte? Der, der sich meldet, bestreitet die FRAGE. ... Einer schaut kritisch: Ich gebe Dir darauf keine Antwort ... in einem Abteil hebt sich die Hand des erwünschten Helfers, bisher unbesiegt erhebt sich auch die FRAGE: Ich will die Antwort nicht negieren. Er sagt das allweise Gesetz, welches das Bestimmen des Blitzens der Sense nicht zulässt. DU SOLLST NICHT TÖTEN! Ich widerrufe das Töten. Wieder mal.
... im Rauschen der Gesichter, strömenden Körper, füllen die Zeiten den Tag. Dutzende Beine taumeln quer, Arme. Das rhythmische Zucken der Massen: Wunderkammer Bahnhofsgetue. Meine Zeit wartet auf der Treppe. Ich nehme sie und gehe ...
Die letzte Fragen sind still geworden, sie wollen nicht recht kommen. Beschluss, ich antworte der Nächsten. LAST QUESTIONS ...
... es erscheint ein berbernder Verlorener, Platte putzend. Er hat sie gefunden ...
-Guten Tag. Die FRAGE: Wenn ich Dreck dein Schicksal bin, wie kannst du es verhindern?
Ich blecke ihn an: -Ich vergesse dich, bis deins dich auffrisst. Du hängst zu tief in den Fäden.
FRAGEN AUS. ...
... Busbahnhof. Prasselregen als Herbstbeweis. Manche Junge, bekifft mit Mütze, sind als gleichsame Proleten schnell zu verorten ... erkennbar, erwartbar ... ähm, wir meinen es ja nicht so ... keine echten Kranken, eher Übertreibende ... Oder Vögel. Blöde Vögel blöken ... drei Vögel mit im Bus. Frieden machen, Spell ... Bis Derer drei Traumzeiten lang märchenleise sind: Stachelrotlos schlafend, hinterer Bus. ... Aussteigend: Die Füße treten auf das Pflaster ...
... Haltestelle verschoben ... Kanalbauer klopfen Steine fester, ein Mann rennt wie durch die Erdatmosphäre einen Schuttberg hinunter. Im Hämmern, Archetypus des working man, mitklingend, flieht mein Hirn den Verbindungen, Sinfonie der Genealogien Hämmernder durch die menschlichen Jahrtausende ... den Weg runter, zu Hause.
... ich lasse meine Zeit auf der Straße, Gehirn lautlos, schöpfe die Unendlichkeit aus dem geistigen Gefüge meiner Wohnung. Sie: Atmosphärisch gesehen mäandern wir durch empfindende Bilder, atmende Situationen ...
... wartend auf die nächste Frage. LETZTE FRAGEN. Sie: Wo gehen wir hin? Im Angesicht des 21. Jahrhunderts schämen wir uns nicht unserer Antwort: Wenn der Sarg verscharrt ist, harrt die Witwe der fehlenden Gedanken. Die Himmel der Bewusstseine sind leer. Nur Schatten, ewige Wie-war-das-noch-Reflexe, an den Rändern erinnerte Bilder, kratzend, stocherndes Weh, wir sind die einsamen Gehirne, wir haben kein Du mehr. ... Ergebnis im Impuls, murrende Omas, die sich die fehlenden Gedanken selber machen müssen... was soll's, das Ende, schau ihm klar ins Auge. Dann siehst du. Last Questions, make go. Hinaussehend:
Draußen wartet Kassandra. Mit den Rhapsoden. Ich taumele hinunter und sie erzählen mir alle der alten Geschichten. Kassandra trinkt purpurn verklärt ihr Gift, verblasst. Die Rhapsoden werden zu wilden Pferden und stieben davon. ... ich taumele zurück in die Wohnung und. Vergesse. Alle FRAGEN ... Ich habe zu schreiben ...
...

Mittwoch, Oktober 26, 2016

beschreibungen 3 /261016 betonflanieren

Urbanität. ... Sturmtief über Europa, Erdbeben in Südamerika, schmelzende Polkappen. Den Blick wegnehmen, das Planetare ausblenden. Roter Wald, kahle Äste, Herbst wird Winter ... Winter wird Sommer, ... reduziere die zyklischen Bewegungen auf Null. Das ewige Jetzt, es realisiert sich. Urban. Urbanität frisst Natur, frisst den Menschen ...
(Auf. In die Städte, da ist Arbeit. Das wussten sie. Und das Leben, ja, das Leben, das Leben in der Situation selbst, das ist städtisch. Das wussten sie auch schon.)
... Die Horizonte aus Beton, die nehmen uns den unendlichen Himmel weg. Uns Himmelsseglern, goldstolzen Herren, stört das. Man sollte den Beton niederreißen, den Dunst, Smog, wegsaugen, damit wir die Sterne wieder sehen können. Hier kann keiner mehr Held sein, Poet, Zauberer.
Nur: Graue Gesichter, die graue Gesichter anstarren. Aus den urbanen Strömen herausragende Protomen, rückwärts vogelschnäbelig wären sie. Mit etwas Fantasie. Nie lachende, verzerrte, solipsistische Masken, Munchs Schrei schreit tausendfach. Die modernen Menschen sind vereinzelte, wirre Individuen, Atome, die um einander kreisen und sich nie erreichen ...
... Überall schreit Es nach Geld, was sieht der monetäre Mensch im Spiegel? Den Betrug. Den Betrüger, der sich nicht traut, in seine eigenen Augen zu sehen, weil er blind ist. Betriebsblind. Sportautobabies bekommen kein Hartz-IV ...
... Flaneure, die sich die Zeit vertreiben wollen, einkaufen. Damit die gnadenlose Gewissheit des Todes sie aus den ewigen Klauen lässt. Es ist die letzte Maske, die letzte, leere Kopie der Fassade, die sie stört ... tanzen, singen, f*cken, bis der Vorhang fällt ... nur sinnloser Spaß, affektiert, flapsig ... weil der Knochenmann wartet ... eschatologisch flanieren die Leute dem Rand weg, überbrücken den Riss im Gefüge mit etwas zu schnellen Schritten, etwas zu lässig, irrwitzig mischfühlig. Menschen, die allen Geist verlieren, auf alles Leben verzichten müssten, senkten sie nur den Blick. Hyperaktivität schützt vor Ent-Hauptung. Das ist, was sie glauben, doch es ist kein Stress im Malerlicht. Cezanne rotierte nicht, er schaute. Bis ihm die Augen heraustraten. So Leute sind so. Die Anderen wollen nur ihren Blick in den Orakelschrein des zukünftigen Leids betäuben, möglichst viel lärmen und bewegen. Die letzte Maske vermeiden. Es gibt sie hier nicht. Der Fallstrick ist die Vorstellung, das Imaginäre des Nichts. Welches wartet. Während alle SIND, sind sie sicher. ...
 ... Sicher sind sie auch im Blick, ja: Eine Mätrice trinkt Tee mit der Freundin, was ihr einfällt, ist:
-Sie ist ein Dirnenkind, grinst jeden an, grell, etwas zu dick, was habe ich von der?-
Sie sitzt da, verschwindet hinter ihrem Blick,  lässt. Ihn. Unbewusst. Abgleiten. Von ihr weg. Er gerät in das Auge eines Mannes. Dem es dadurch tränt. Er blinzelt: das Blickverhältnis fällt zurück in seine Teile.
-Was habe ich getan, das Sie mich anstarren?
-Gar nichts. Ich wollte mir so helfen.
Straßenaufwärts: ... Die Bettler knien in demütiger Serie vor den Hastigen. Wer kniet vor den Bettlern?
-Ich habe zwölf Stunden mich klein gemacht. Jetzt darf ich essen. Mein Recht ist das des Armen, der euch anklagt, wegen Verschwendung und Verrat. Was mich stört, ist eure Mast, was ihr zu viel habt, wollt ihr für euch.-
Abends, hochklappen der Bürgersteige: Im Eilen der Kaufleute, wie sie ihre Läden schließen, verrät sich schon ihr Fernsehprogramm. Bier und Chips. Und vergessen. Die Bettler sind schon gegangen. City black.




Dienstag, Oktober 25, 2016

arbeitsjournal 2 /241016

Gestern Abend krank. Also, heute statt der gewohnten Lektüre, früh, den Blogartikel fertig stellen, damit ich rechtzeitig veröffentlichen kann. Klappt alles ...
Kaffeepause.
... Dann, etwas Netzwerken, den Artikel bei Facebook und Twitter bewerben ...
... die Friedenspreisrede von gestern, mich interessiert der Text naturgemäß mehr als der TV-Event-Pomp, deshalb in schriftlicher Form, von der Seite des Friedenspreises kopieren und in meine Zeitläufte einfügen: Mein Weltgedächtnis bereichern. Das digitale Archiv ist so privat. Für mich. Ich lese die Rede und markiere Wichtiges in grün, rot und grau. Drei Mal grau. Gesamteindruck: Es geht Frau Emcke um Individualität, Zugehörigkeit. um den Kampf gegen das ständige Setzen von Differenzen, et cetera. ...
... Politikrecherche: US-Wahl, Irak, Flüchtlinge. Trump trompetet so langsam aus, im Irak stellt sich die Frage, wie schnell sich die momentane Allianz gegen IS nach dem 'Sieg' entzweien und gegenseitig bekämpfen wird und das Flucht kein Verbrechen ist, wissen wir alle. ...
Müsli.
Lektüre. Zweiter Kaffee. Ein Kapitel Siri Hustvedt, es geht um Kunst, Bücher und Liebe. Gefällt mir. Ein kurzes, mich dieses Mal überzeugendes Kapitel aus Dan Browns Feder. Mythisch, spannend, real. Dazu ein paar Seiten aus Martin Walsers großem Goetheroman.
Ich klappe das Buch zu und stelle mir, wie manchmal, Goethe, unter einer seiner Statuen, auf der Treppe stehend, vor wie er seine Finger über den Geländermarmor gleiten lässt und raunt: -Was Du so gedacht hast, lieber Kriegsgott? ...
Rohkost: Gurke. Halbe Stunde Pause. Die Neuerscheinungen von der Messe müssten bald da sein ...
... Arbeit am Roman: Nach den ersten fünf Romanseiten Katja ist jetzt erst mal Martin dran ... den von Grund auf zu erfinden/definieren, wird mir ein wichtiges Ereignis sein. Da er der 'Böse' ist, muss ich darauf achten, seine positiven Seiten herauszustellen ... es wird sonst unglaubwürdig ... Im großen Plot ein paar Dinge geändert ... Frage, ob sich der Roman auf die Innenwelten ( + Gespräche) beschränken soll oder ob wir uns auch ein bisschen Darstellung/Beschreibung von Außenwelt gönnen ...
Mittagspause: Arte Journal, mein Brot. Fegen.
... Dramatik: Entscheidung, im ersten Teil der Elektraüberschreibung der sophokleischen Strukturvorgabe zu folgen, nur die Struktur, inhaltlich spielt das Stück vA gegenwartsbezüglich.
Der Antikenmythos und die Situation der griechischen Tragödie sollen aber auf der Bühne  wirkmächtig werden ... Problem, das gewählte Hartz-IV-Milieu dafür vielleicht verlassen zu müssen. ... Entscheidung darüber aufgeschoben.
Das bestellte Buch mit Elektratexten aus drei Jahrtausenden wird vermutlich einiges erhellen ... ach, die zwei Elektraseminare an der Uni fallen mir ein, das Buch hätte da gut rein gepasst. Der entsprechende Professor hat damit mein Interesse am Mythos aufgeweckt. Tolle Zeit!
... Außerdem zu wenig Tragödientheorie gemacht. Hänge noch bei Schiller ... beschlossen, den politischen Aspekt des Theaters stärker zu machen, vielleicht Elektra vom Grundgesetz aus zu verorten, oder, Rene Girard miteinbeziehen, was fällt mir noch ein: Kastration des psychologischen Begriffs des Elektrakomplexes oder Sophokles, Hofmannsthal und Sartre dialogisieren die Unterschiede ihrer eigenen Elektraversionen zu dieser oä ... ..
Sechzehn Uhr, Feierabend. ...
Vorabend. Arbeit am Blog. Social Media, Nachrichten im Fernsehen. Pause.
Abend: Etwas Lektüre. ...